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Vorträge von Wulf Wager

Anfragen zu Vorträgen bitte an wulf@wager.de

 

Narretei aus Tradition - Die kulturellen Wurzeln unserer Fasnet

Eine Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 1,5 Stunden

Die schwäbisch-alemannische Fasnet ist ein vielfarbiges facettenreiches Mosaik von Traditionen und Bräuchen mit einer vielhundertjährigen Geschichte und einer aktuellen Blüte, wie sie sie noch nie erlebt hat. Sie hat sich über die Jahrhunderte zu einem eigenständigen Kulturgut gemausert, permanent weiterentwickelt und verändert, kulturelle, religiöse und obrigkeitliche oder gar ideologisch-politische Elemente aufgenommen und wieder abgegeben. Sie hat sich gewandelt, angepasst, angebiedert, vermarktet, kommerzialisiert, ideologisiert und medialisiert.

Die Fasnet ist ein elementarer Bestandteil unserer Kultur. Allerdings steht sie nicht als Solitär da, sondern muss eingebunden in einen europäischen Brauchkontext betrachtet werden, denn man findet ähnliche Formen von Bräuchen und Maskierungen in allen katholisch geprägten Ländern von Portugal bis Polen.

Noch am Ende des 19. Jahrhunderts sah es allerdings so aus, als würde das historisch verwurzelte Narrentreiben in den Städten und Dörfern Badens, Württembergs und Hohenzollerns aussterben. Zu dominant war der Karneval mit Redouten, Bällen, prachtvollen Motivumzügen und Maskeraden. Oft genug wurden die alten »Hansele« und »Narros« aus diesen Saalveranstaltungen ausgeschlossen. Doch dann besann man sich wieder auf die traditionellen Formen schwäbisch-alemannischer Fasnet und erste Umkehrungsbestrebungen begannen. Der Erste Weltkrieg stoppte die eingeleitete Renaissance dieser Bräuche. Die anschließenden landesweiten Fastnachtsverbote führten schließlich zur Gründung einer ersten Vereinigung „historischer badischer und württembergischer Narrenzünfte“. Erste Narrentreffen wurden abgehalten, und ein unaufhaltsamer Prozess der Vermehrung von Narrenfiguren und Fastnachtsbräuchen setzte ein, der bis heute ungebrochen fortschreitet.

Die Fasnet ist heute der vitalste Brauch Südwestdeutschlands. Rund 300.000 in knapp 20 Verbänden (Stand 2014) organisierte Narren und Hästräger gibt es derzeit im Ländle. Viele Menschen feiern und gestalten sogenannte „wilde“ Fasnet aber auch außerhalb von Organisationen. Kein anderer Brauch in Südwestdeutschland ist lebendiger und begeistert alljährlich mehr Menschen als die schwäbisch-alemannische Fasnet.

Lassen Sie sich vom Fasnetsexperten, Buchautor und langjährigem Fernsehmoderator Wulf Wager mitnehmen auf eine bunte Bilderreise durch die schwäbisch-alemannische Fasnet und erfahren sie dabei viel über die mittelalterlichen Wurzeln dieses faszinierenden Brauchtums und den engen Zusammenhang mit dem christlichen Jahreslauf und der 40tägigen Fastenzeit vor Ostern.

Edelknaben Grosselfingen

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Musik und Tanz in der Fastnacht

Eine vertonte Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 1 Stunde

Neben der Maskierung und Vermummung ist die Musik, und auf ihr basierend der Tanz, das dritte wichtige Element, das im Narren geradezu einen „mentalen Ausnahmezustand“ hervorruft. Musik vermag Stimmungen und Gefühle zu entfachen und zu verstärken. Stark ist bei manchen Narren die Empfindung, wenn nach fast einem Jahr zum ersten Mal wieder der Narrenmarsch erklingt. „Da läuft einem innerlich eine Träne hinunter“, so hat einmal ein Narr diesen Gemütszustand treffend beschrieben. Der Klang vermittelt ein wohliges Gefühl, das mit einer Gänsehaut verbunden ist, und das ihm vermittelt: "Jetzt isch Fasnacht!".
Musik in der Fastnacht ist so selbstverständlich, dass sich bisher nur wenige Forscher umfassend mit ihr beschäftigt haben. Wulf Wager, Autor vieler Fastnachtsbücher und Herausgeber der Zeitschrift „Narri-Narro“ ist aktiver Musikant und Narr. Er hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und wird die Zuschauer und Zuhörer in die Tiefen der närrischen Musik und ihrer Hintergründe führen. Er zeigt die Zusammenhänge zwischen der strengen Kirchenmusik und der „teuflischen“ Musik der Narren. Er stellt die Zusammenhänge zwischen Tanz und berufsständischem Schaubrauchtum dar, und zeigt auch die erotische Komponente der musischen Narretei auf. Der Geschichte der Narrenmärsche und neuere musikalische Entwicklungen beschließen den Vortrag, der durch Hörbeispiele und viele Bilder ergänzt wird.

Wulf Wager wurde im November 2006 für seine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Fastnacht mit dem 44. Ettlinger Narrenbrunnenpreis auszeichnet.

Sagter

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„Hammeltanz und Bossanacht“ - Ein Gang durchs brauchtümliche schwäbisch-alemannische Jahr

Eine Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 2 Stunden

Bräuche sind faszinierende Relikte aus vergangenen Zeiten. Unsagbar reich an Brauchformen ist unser Ländle im deutschen Südwesten. Weil Bräuche immer zu festen Termine stattfinden, erfährt man kaum von Brauchformen in anderen Gegenden.

Der Vortrag beginnt beginnt bei Martini, führt über Nikolaus, Advent, Weihnachten und Neujahr zur Fasnet. Von dort geht es über Laetarebräuche, Ostern, Maibräuche, wie das Maienstecken, Himmelfahrt und Pfingsten zu den großen Kinder- und Stadtfesten wie dem Biberacher Schützenfest, dem Markgröninger Schäferlauf und dem Ulmer Fischerstechen bis hin zum Erntedankfest und der Kirbe.

Kreuz und quer geht die Reise durch das brauchtümliche Baden-Württemberg. Wulf Wager wird mit profunden und trotzdem amüsanten Worten bekannte und unbekannte Bräuche vorstellen und deren Herkunft und Bedeutung erläutern können.

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„Wie man sich kleidet(e)“ - Tracht und Häs im Schwarzwald

Eine Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 1 Stunde

Vor über 100 Jahren begann ausgehend von Heinrich Hansjakob die gezielte Trachtenpflege im Schwarzwald. Vieles hat sich deshalb oder trotzdem in mehr oder weniger überlieferten Formen bis heute bewahrt.
Die bunte Bilderreise bietet einen Einblick in das frühere Kleidungsverhalten der Schwarzwälder und führt vom Calwer Wald über den Oberen Neckar ins Kinzigtal, dann über das Hanauerland in den Breisgau und in den Hochschwarzwald, von dort den Hochrhein entlang zum Bodensee weiter über den Hegau auf die Baar. Selbstverständlich darf die Entwicklung des Bollenhutes zu „dem“ Symbol des Schwarzwaldes nicht fehlen. Wie es dazu kam und warum gerade in Furtwangen und Schonach die Frauen Strohzylinder trugen, wird in diesem Vortrag erklärt.

bollenhut

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„Carneval und Traditionsfasnet um 1900 im Fokus der Fotografie

Eine Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 1 Stunde

Kein anderer Brauch in Südwestdeutschland ist vitaler und begeistert alljährlich mehr Menschen als die schwäbisch-alemannische Fasnet. Doch noch am Ende des 19. Jahrhunderts sah es so aus, als würde das historisch verwurzelte Narrentreiben in den Städten und Dörfern Badens, Württembergs und Hohenzollerns aussterben. Zu dominant war der Karneval mit Redouten, Bällen, prachtvollen Motivumzügen und Maskeraden. Oft genug wurden die alten »Hansele« und »Narros« aus diesen Saalveranstaltungen ausgeschlossen. Doch dann besann man sich wieder auf die traditionellen Formen schwäbisch-alemannischer Fasnet und erste Umkehrungsbestrebungen begannen. Der Erste Weltkrieg stoppte die eingeleitete Renaissance dieser Bräuche. Die anschließenden landesweiten Fastnachtsverbote führten schließlich zur Gründung der »Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte«. Erste Narrentreffen wurden abgehalten und ein unaufhaltsamer Prozess der Vermehrung von Narrenfiguren und Fastnachtsbräuchen setzte ein, der bis heute ungebrochen fortschreitet. Kein anderes Medium dokumentiert diese Entwicklung so nachhaltig wie die Fotografie, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug begann. Der Vortrag zeigt diese Entwicklung bis zur Inbesitznahme der Fastnacht durch die Nazis. Man darf sich auf sehr interessante historische Bilder freuen.

Schoemberg

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"Schwäbisch-alemannische Volksmusik - so klang sie einst",

Eine vertonte Bilderreise von Wulf Wager,
Dauer: 1 Stunde

Wulf Wager hat anhand historischer Bilddokumente, Zeichnungen und Fotos, überlieferte Musikbesetzungen in Baden-Württemberg wieder zum Klingen gebracht und führt tief in die Tradition der überlieferten Musik in Baden-Württemberg ein. Ein kurzweiliges Hörvergnügen.

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"Volkstanz und Tracht zwischen Tradition und Moderne",
Historisch-kritische Anmerkungen zur Volkstanz- und Trachtenpflege,
Dauer: 45 Min mit anschl. Diskussion

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„Will keinen Kreuzer spare, will lieber lustig sein“! So klang`s im Wirtshaus

Vortragskonzert mit Wulf Wager und den Stäffelesgeigern
Dauer: 2 Stunden

In diesem Vortragskonzert führt Wulf Wager mit seiner Musikgruppe „Die Stäffelesgeiger ond Bloskapell`“ in die Geschichte des Wirtshaussingens und-tanzens ein. 4 Musikanten spielen an die 20 Instrumente von der Maultrommel und dem Dudelsack über Hackbrett, Harmonika, Bombardon und Alphorn bis zur Geige und zur Schwegelpfeife. Bei diesem höchst vergnüglichen Abend bleibt kein Auge (und keine Kehle) trocken. Neben vielen Erläuterungen zu Tanz-, Musizier- und Singtraditionen, die natürlich nicht nur erklärt, sondern auch dargeboten werden, bleibt genügend Raum für einen sehr lustigen Abend, bei dem Zuschauer und Zuhörer mitsingen und mitspielen dürfen. Das ist traditionelle Volksmusik fernab der schenkelpatschenden Festzeltjodler und der Playbackzombies der volkstümlichen Hitparaden.

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Die Sünden der Trachtenbewegung

Vortrag
Dauer: ca. 1 Stunde

Woher kommt die Tracht? Nun, zunächst war da der Sündenfall, und Adam und Eva bedeckten sich mit einem Feigenblatt. Doch schon bald danach bekam die Tracht Funktion. Sie diente dem Schutz vor Kälte und Sonne, der Unterscheidung von Mann und Frau, arm und reich. Sie diente der Darstellung von Konfessionsunterschieden, sie diente dem Aufzeigen des Familien- und Berufsstandes. Kurzum: Kleider machten Leute.

Volkstanz
Unsere Welt ist kleiner und in der Kommunikation schneller geworden. Nimmt man als Tempoäquivalent der heutigen Zeit einen Düsenjet, der in Überschallgeschwindigkeit rast, so entsprach das Tempo der Neuigkeitenübermittlung Anfang des 19. Jahrhunderts noch dem allgemeinen Kriechtempo einer Schnecke. Die Zeitspanne zwischen der Erfindung des Rades und der Entwicklung des Automobils betrug mehrere tausend Jahre. Vom Automobil bis zur Raumfahrt vergingen jedoch nur wenige Jahrzehnte. Und in dieser modernen und schnelllebigen Zeit soll noch Platz sein für alte Trachten, Bräuche, Lieder, Tänze und Musik?

Wenn wir es kritisch betrachten, muss man diese Frage mit einem eindeutigen Nein beantworten. Es gibt keinen Platz mehr für die Tracht im alltäglichen Leben. Was wir tun, nennt der Volkskundler „Folklorismus“. Wir führen nur etwas vor, was lange schon nicht mehr ist, im schlimmsten Fall sogar noch nie so war.

Wager merkt an, kritisiert, hinterfragt ... im besten Fall bringt er die Zuhörer zum Nachdenken über das eigene Tun. Und genau das ist die Absicht.